Georg Abeking und Henry Rasmussen gründeten A & R in Lemwerder am Ufer der Weser in der Nähe von Bremen im Jahr 1907.
Henry Rasmussen war schon damals ein renommierter Segler und Konstrukteur. Bald baute man auf der Werft neben Jollen und kleineren Schiffen auch größere Yachten. Vor dem Ersten Weltkrieg wurde Abeking und Rasmussen auch für ganz Deutschland wichtig, weil sie sich auf die neuen Klassen, wie R-Yachten und die späteren "Nationalen Kreuzer", spezialisierte und hierin einen guten, allerdings auch teuren Ruf genoß.
Die goldenen 20er Jahre waren für Abeking und Rasmussen besonders erfolgreich.
In den USA wurde der Yachtbau aufgrund der steigenden Löhne in damalige Billiglohnländer ausgelagert: Eines davon war Deutschland. "Überhaupt scheinen die sehr hohen Löhne dazu an(zu)reizen, den Bau ins Ausland zu vergeben." (Die Yacht, 1928, Heft 12, S. 10)
"Die hochentwickelte deutsche Yachtbauindustrie wird im steigenden Maße vom Auslande für die Erteilung von Neubauaufträgen herangezogen." (Die Yacht, 1928, Heft 35, S. 7)
Bereits 1927 erhielt die Werft einen Auftrag für 14 10-Meter-R-Yachten aus New-York. Mit 114 gebauten Yachten, Booten und Schiffen war 1927 bereits ein unerwartet erfoglreiches Jahr in der Geschichte der Werft gewesen.
1928 kam das Los mit 6 12-Meter-R-Yachten für den New-Yorker Yachtclub, worunter sich die Anitra befand.
Es folgten danach noch im selben Jahr weitere 11 8-Meter-R-Yachten sowie 60 9,3 m Atlantic Boats für New-York.
1928 war mit 153 gebauten Yachten, Boote und Schiffen das erfolgreichste Jahr in der Firmengeschichte des Yachtbaus. A & R befand sich auf dem Zenit seiner Yachtbaugeschichte in Holz. (Frühere teilweise höhere Produktionszahlen kamen i.d.R. durch Beiboote und Jollen zustande). Ferner wurde der Spitzenwert für den Export in die USA 1928 mit 91 fertiggestellten Bauten erreicht.

Deutlich erkennt man die Abhängigkeit des Wachstums in den goldenen 20er Jahren von den us-amerikanischen Aufträgen.
Die Exportorientierung der Werft war bereits derart groß geworden, daß man mit der inländischen Produktion in den betrachteten Jahren nur auf etwa 50 Einheiten kam.
Dies fiel bereits dem damaligen Redakteur der Zeitschrift "Die Yacht" auf, der u.a. den Rohbau der Anitra Anfang 1928 besichtigte :
"Die Werft ist ausgezeichnet beschäftigt. Die riesigen Bauhallen zeigen überall regstes Leben. Leider ist der größte Teil der Aufträge nicht für deutsche Segler, sondern für amerikanische Sportsleute bestimmt." (Die Yacht, 1928, Heft 7, S. 26)
1929 folgte nochmals ein Großauftrag über 11 9,3m Atlantic Boats für New-York. Ab 1930 nahmen die Aufträge aus den USA ab. Insgesamt wurden 1929 nur noch 100 Yachten, Boote und Schiffe gefertigt.
Dennoch war die Werft Abeking und Rasmussen - nicht nur für die damaligen Verhältnisse - ein global Player, der internationale Aufträge souverän abwickeln konnte.
Bis heute wurden über 6.400 Boote, Yachten und Schiffe bei A & R gebaut.
Ab dem Ersten Weltkrieg kamen Aufträge für die Marine hinzu.
Bis in die 50er Jahre dominierten die kleineren Boote und Yachten. Bis in die 70er Jahre wurden auch noch kleinere Fahrzeuge hergestellt.
Heute ist A & R eine hochmoderne, wetterunabhängige Werft mit Hallen, die für Schiffe von bis zu 70 m Länge geeignet sind. Mittels Synchrolift können Schiffe zu Wasser gelassen und für Reparaturen an Land genommen werden.
Die Werft liefert nun nur noch Yachten und Schiffe ab 30 Meter Länge an anspruchsvolle Kunden in aller Welt:
Weitere Informationen zu A & R finden Sie unter www.abeking.com (Flash-Plugin erforderlich).